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Samstag, 6. August 2011

Über den Wolken...

So, hier die Fortsetzung zu meinem letzten Post über meine Hinreise nach Quito in Ecuador.
Nachdem ich mich von meinem Schutzengel W. verabschiedet hatte, blieben mir noch 5 Stunden im Flughafen in Atalnta. Dazu muss ich noch kurz erwähnen, dass es schon ein irres Gefühl war, so plötzlich in Amerika zu sein. Die Begrüßung durchs Sicherheitspersonal war allerdings nicht besonders herzlich: Bulldoggenhafte, grummelig verzerrte Gesichter blickten einem entgegen. Die Leute taten mir fast Leid, denn wie anstrengend muss ein Leben sein, wenn man immer bloß misstrauisch ist.
Leid tat mir auch die vermummte Familie am Sicherheitscheck. Ich bezweifle ja fast, dass die ihr Reiseziel jemals erreichen..
Die Zeit in Atlanta vertrieb ich mir mit Bummeln durch den Flughafen und einer reichhaltigen Mahlzeit bei McDonalds. Da ich noch so viel Zeit übrig hatte und ich mich im Duty-Free Shop bereits heimlich komplett neu geschminkt und parfümiert hatte, dachte ich: Zeit für Wein. Hab mich also an eine gesellige runde Bar gesetzt und genüsslich einen Merlot mit dazu einer Portion unglaublich köstlicher Oliven verschnabuliert.
Auf zum Gate.
Und hier änderte sich die Atmosphäre schlagartig. Statt der muffigen Amerikaner fand ich mich jetzt umgeben von freundlich schauenden Ecuadorianern. Sie nickten mir teils sogar zu, als wollten sie sagen: Schön, dass du mal bei uns vorbeischaust. Hier fiel mir auch wieder ein, wie sehr das Land doch durch seine Indigokultur geprägt ist: Gastfreundschaft und Gemeinschaft sind höchstes Gut.
Wieder ging es durch einen Sicherheitscheck und ab ins Flugzeug. Dort hieß es erstmal warten auf den Piloten, der hatte sich verspätet, was mein Vertrauen in diesen Flug nicht wirklich steigerte. Über die Landung über Quito hatte ich schon Horrorgeschichten gehört: Das Flugzeug fliegt nur wenige Meter über den Dächern der Stadt, die Landebahn ist eigentlich viel zu kurz, manche Fluggesellschaften fliegen den Flughafen mitten in der Stadt gar nicht mehr an und und und
Ich muss aber sagen, dass davon wirklich... alles wahr ist! Den größten Teil des Fluges hatte ich ja verschlafen, da das langweilige, amerikanische Ehepaar mich nicht wirklich davon abhielt (der arme Mann probierte immer wieder mit seiner Frau über sein altenglisches, historisches Buch zu sprechen, doch sie war leider tief in ihren Schnepfenroman vertieft..). Als das Flugzeug jedoch zur Landung ansetzte, war an Schlafen nicht mehr zu denken.
Wir befanden uns wirklich mitten über den Dächern der Stadt und es ruckelte und wuckelte wo es nur konnte. Zeitweise dachte ich aber auch, das Flugzeug ist stehengeblieben und fällt jetzt - plumps - auf die Erde runter. Irgendwie schaffte der Pilot es noch, die Maschine zu landen und legte dabei eine Vollbremsung hin. Heidewitzka! Bin ich froh, dass ich noch lebe!

Estoy precisamente acaba de llegar a Quito!


Ich bin da, ich bin da, ich bin da.
Angekommen in Quito, Ecuador.
Gestern Morgen ging es mit dem Auto um 4Uhr nachts nach Düsseldorf zum Flughafen. Nachdem ich dort meine Familie verabschiedet hatte - ja mit ein paar Tränchen - gings ab in den Flug nach Atalnta.
Ich muss wohl wahnsinnig vertrauensvoll aussehen, denn mir wurde direkt ein Sitz am Notausgang angeboten:, was so viel bedeutet wie: Bei Absturz muss ich alle Passagiere da rausbugsieren nachdem ich die Tür geöffnet habe - uuuuund: Mehr Beinfreiheit! Jippie!
Es dauerte ein Weilchen bis ich einen Sitznachbarn bekam: W., ich schätze 19 Jahre alt, da Abi '12, dunkelhaarig, nettes Lachen. Auf dem 9stündigen Flug haben wir uns prächtig unterhalten und uns ein wenig kennengelernt. W. war auf dem Weg zu seiner ehemaligen Gastfamilie in Columbia - ganz witzig, denn im Nachhinein fiel mir auf, dass die Straße in der ich in Quito wohne Via Columbia heißt.
Und das war nicht der einzige Zufall. Als einige Turbulenzen aufkamen vertraute ich W. an, dass ins nichts passieren konnte, da ich von meinen Eltern einen Schutzengelflügel an einer Kette trug, von meiner Oma einen Fingerrosenkranz bekommen hatte, von meiner Freundin A. einen Amethyst und von meiner Freundin M. eine selbst bebastelte Kette mit Anhänger. Außerdem hatten mir sowohl Omas, Tanten und Onkel als auch Eltern und Geschwister einen Schutzengel gewünscht.
W. schien ganz froh, über so viel Beistand von oben. Im Nachhinein verwundert mich das fast, denn als er mir irgendwann seinen Namen aufschrieb, sodass wir uns mal bei facebook schreiben konnten passte ich zwar nicht auf, sah jedoch später, dass ich meinen Schutzengel die ganze Zeit an der Seite gehabt hatte: "W. Engel" stand in meinerm kleinen Notizbüchlein...



view from my hostel roofterrace in quito, ecuador